Warum ich das Usenet brauche.


Was ist das Usenet?

Manche vergleichen das Usenet mit einer riesigen Ansammlung von schwarzen Brettern, an die jeder Nachrichten anheften kann, oder mit einem gigantischen Chat, in dem man Millionen von Menschen erreichen kann. Ich vergesse das alles jetzt einmal. Das Usenet ist der größte Datenpool der Welt. Ich kann mir das Usenet wie eine Ansammlung von Festplatten vorstellen, die überall auf der Welt verteilt sind, und die ihre Inhalte automatisch untereinander abgleichen. Selbst wenn zum Beispiel tausend Festplatten zerstört würden, hätten immer noch 5000 andere die Daten sicher gespeichert. Das Usenet ist unzerstörbar. Diese Festplatten haben, wie meine Festplatte zuhause, mehr als 100000 Unterverzeichnisse in denen jeder Nutzer seine Daten und Nachrichten ablegen kann. Diese Unterverzeichnisse nennt man Newsgruppen (engl. Newsgroups). Wenn ich also auf eine Information zugreifen will, gehe ich in den entsprechenden Ordner und öffne die Nachricht, oder kopiere mir die Dateien auf meine lokale Festplatte. Das ist eigentlich schon alles. Natürlich kann ich auch selbst Daten und Nachrichten in einem der Unterverzeichnisse ablegen. Jeder Usenet Nutzer kann diese dann in kurzer Zeit ebenfalls lesen und sogar darauf antworten. Das Usenet ist für mich ein gigantischer Datenspeicher, der aus Millionen von Festplatten besteht.


Was finde ich im Usenet?

Da das Usenet ein gigantischer Datenspeicher ist, finde ich dort alles was Millionen von Nutzern abspeichern. Ich stelle mir gerade vor, ich hätte Millionen von Freunden, die mir alle das Passwort für ihre Festplatte gegeben haben. Ich sitze nun bequem zuhause vor meinem Rechner und stöbere nach Herzenslust in 8000 Terabyte Daten und Nachrichten herum. Das ist natürlich wie Weihnachten und Neujahr an einem Tag. Und das Beste ist, dass ich allen eine Nachricht zukommen lassen kann, wenn ich mich zum Beispiel für den spannenden Urlaubsfilm von Selma und Robert bedanken will.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, was es hier noch alles zu finden gibt. Ich bin sicher, dass es so ziemlich jedes Thema abdeckt, das sich ein Mensch auch nur im Entferntesten ausdenken kann. Ist ja auch klar bei Millionen von Usern.

Das Angebot ist so irrsinnig groß, dass es unmöglich ist alles zu lesen, zu hören oder anzusehen. Deshalb muss ich mich wohl oder übel auf meine Interessen beschränken. Ausserdem nutze ich jetzt eine Usenet Suchmaschine, wenn ich etwas spezielles suche. Dann lade ich mir ein sogenanntes NZB File und lasse den Newsreader alles automatisch auf meine Festplatte kopieren. Anfangs ist es schon spannend, dabei zuzusehen, wie die Daten herein rauschen, aber irgendwann will unser Hund ja auch mal Gassi gehen.

Wie komme ich ins Usenet?

Eigentlich müsste jeder Internet Provider einen Usenet Zugang zusammen mit dem Internet Zugang anbieten. Früher war das mal so. Heute hat kein grosser Internet Provider in Deutschland mehr einen eigenen Usenet Server (Newsserver). Man kann damit halt kein Geld verdienen, da die Infrastruktur- und Leitungskosten immens sind. Diese Lücke haben die professionellen Usenet Anbieter, wie Premium News, geschlossen. Alles was ich brauche um ins Usenet zu kommen ist ein Usenet Zugang, genauso wie ich ja auch einen Internet Zugang brauche, um ins Internet zu kommen. Dazu habe ich einen Vertrag mit Premium News abgeschlossen. Die Installation der Verbindung ist einfacher als beim Internetzugang. Man gibt die Serveradresse, den Usernamen und das Passwort im Newsreader ein, und man ist drin.


Ist das Usenet legal?

Das Usenet ist selbstverständlich vollkommen legal, genauso wie das Internet mit seinen anderen Diensten völlig legal ist. Keiner kommt auf die Idee beim World Wide Web, oder bei Email, von etwas anderem auszugehen. Das Usenet ist ein „sozial erwünschter“ Dienst. Sollte mir jemand das Gegenteil weismachen wollen, gehe ich einfach davon aus, dass er dunkle Interessen verfolgt, indem er mich von diesem tollen Angebot fern halten will. Natürlich gibt es dunkle Ecken im Usenet, genau so, wie es dunkle Ecken im World Wide Web, oder in jeder Großstadt gibt. Da muss ich aber nicht hingehen, wenn ich nicht will.

Ich gehe immer davon aus, dass ich es im Usenet mit Menschen zu tun habe. „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“

Ist das Usenet sicher?

Das Usenet ist genauso sicher, oder unsicher, wie die anderen Internet Dienste auch. Wenn ich im Usenet „surfe“ läuft natürlich der Virenscanner im Hintergrund. Gerade in Binär Dateien, den sogenannten Binaries, kann sich auch mal ein Virus verstecken. Leider gibt es auch im Usenet unangenehme Zeitgenossen, die solche Schadsoftware veröffentlichen. Ich sehe das aber sehr entspannt, und bisher habe ich in 20 Jahren Usenet kein Problem bekommen. Man sollte halt den „gesunden Menschenverstand“ nicht an der Kasse abgeben.


Bin ich im Usenet anonym?

Meine Privatsphäre ist im Usenet besser geschützt als im World Wide Web. Vor allem, da ich die Verbindung zum Newsserver per SSL 256 Bit verschlüssele. Es kann also niemand mitlesen, was ich gerade herunter lade. Mein Provider kann nur eine verschlüsselte Datenverbindung zu einer Server Adresse sehen, mehr nicht. Ausserdem ist es auch im Usenet üblich, nichts unter seinem Klarnamen zu veröffentlichen. Das Lesen ist also anonym. Ich bin mir aber im Klaren darüber, dass beim „Posten“ mit sehr hohem Aufwand meine Identität festgestellt werden könnte.


Usenet

„Alle haben Spass – nur ich nicht!“